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Bericht an eine Akademie

Projekt

2005/2006

FRANZ KAFKA
BERICHT AN EINE AKADEMIE


Regie: Eric Spitzer-Marlyn
es spielt: Lisa Stern
Bühne: Gerhard Fresacher
Kostüm: Birgit Mörtl


Inhalt

Der Redner, der den Mitgliedern der Akademie einen Vortrag hält, berichtet über sein Leben als Affe, der er vor fünf Jahren noch gewesen sei. Er berichtet über den Prozess, in welchen er sich vom Affen in einen Menschen verwandelte. Als Affe wurde er einst gefangen genommen und eingesperrt. Im Käfig eingesperrt, gab es für den Affen keinen Ausweg in die Freiheit. Der Affe grübelte, wie er einen Ausweg finden könnte. Nach und nach eignet er sich die Verhaltensweisen der Menschen, die vor seinem Käfig sind, an und wird auf Grund dessen freigelassen. Nun fristet er sein Dasein als Mensch, der in einem Varieté als ehemaliger Affe vorgeführt wird. Sein äffisches Verhalten aber hat er nicht gänzlich abgelegt. Insgesamt vermittelt der Redner den Eindruck, dass er nun zwar Mensch sei, mit dieser Situation aber nur insofern zufrieden ist, als er dadurch aus der Gefangenschaft entrinnen konnte. Gemeint ist die Gefangenschaft im Affenkäfig, denn auch als Mensch fühlt er sich noch gefangen.



Erläuterungen

- Kafkaeskes Motiv der Freiheit und Unfreiheit
- Die Metapher des Käfigs steht für die Unfreiheit schlechthin
- Der Redner führt die menschliche Freiheit ad absurdum
- Affe/Mensch als "Zwitterwesen"

Quellen

Ein Bericht für eine Akademie entstand 1917. Die Tiermetapher spielt, wie in vielen anderen Werken eine zentrale Rolle.
Am 19.12.1917 trug Elsa Brod den Text bei einem Treffen des "Clubs jüdischer Frauen und Mädchen" in Prag erstmals vor.

Der Verein "In medias res - Verein für Kunst und neue Medien" hat es sich zur Aufgabe gemacht eine breite gesellschaftliche Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung für Kunst und Kultur in verschiedenen Bereichen zu schaffen. Ein Teil dieser künstlerischen Arbeit betrifft die Aufführung von Theaterstücken, die wie Kafka´s "Ein Bericht an eine Akademie" aufgrund ihrer Aktualität und gesellschaftskritischen Ansätzen vermehrt gespielt werden sollten.

Das Stück "Ein Bericht an eine Akademie" behandelt eindrucksvoll das Motiv der Freiheit und Unfreiheit, indem wir alle zwangsläufig stecken. In diesem aussergewöhnlichen Werk überlässt es Kafka dem Publikum zu beurteilen, warum es wert sei, ein Mensch zu sein. Um diesen und anderen Fragen einen Lösungsansatz zu bieten, hat es sich die Produktion zur Aufgabe gemacht eine Brücke zu schlagen zwischen der schlichten Konsumation und dem "hautnah" Erlebnis: Die im Filmbereich üblichen "Frage und Antwort"- Diskussionen bieten dem interessierten Zuschauer die Möglichkeit unmittelbar danach mit der Schauspielerin zu sprechen und zu reflektieren.

Viele Formen des Theaters wurden schon aus der Wiege gehoben und dies soll auch keine Neuerfindung sein, sondern ein "Reinholen" der Menschen in ihr eigenes Verständnis von Kunst, in ihre eigene Welt der Phantasie rund um einen Theaterbesuch. Die Konstruktion einer mobilen Wanderbühne ermöglicht eine Flexibilität, die sich vor allem auf die Auftrittsorte einstellt und somit eine Aufführung sogar bei geringsten Vorraussetzungen ermöglicht.

Wir würden uns sehr freuen auch für Schülerinnen und Schüler (ab 14/15 Jahren) zu spielen und ersuchen daher um Unterstützung und Mithilfe. Die bis jetzt gespielten Vorstellungen vor jungem Publikum (u.a. BG/BRG Baden, HS Velden am Wörthersee, BG Horn) fanden großen Anklang, da die Gespräche im Anschluß sehr zum Verständnis beitragen und für die ZuseherInnen Möglichkeiten des "Miteinbringens" schaffen.


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